Starke erste Halbzeit reicht nicht

RB Leipzig - Holstein Kiel 3:1 (0:1)

Am 7. Spieltag kassiert Holstein Kiel die erste Saisonniederlage. Bei RB Leipzig unterlagen die Störche mit 3:1.  Die 11.714 Zuschauer sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten: Fiete Sykora schoss zunächst überlegene Kieler früh in Führung (9.). Erst nach dem Seitenwechsel kam RB auf und drehte dank einem Eigentor von Patrick Herrmann (50.) und einem verwandelten Handelfmeter von Daniel Frahn (56.) die Partie. Nach der Gelb-Roten Karte für Fabian Wetter versuchten die Störche auch in Unterzahl alles, um noch zum Ausgleich zu kommen. In letzter Sekunde schob Daniel Frahn den Ball zum 3:1 ins leere Tor, nachdem KSV-Schlussmann Max Riedmüller mit aufgerückt war (90.+4). Nach sieben Spielen belegt die KSV Platz 3 der Tabelle.

Nach dem umkämpften 2:1-Sieg vor drei Tagen gegen Wacker Burghausen hatte Holstein-Trainer Karsten Neitzel mit Tim Danneberg, Fabian Wetter und Marlon Krause gleich drei angeschlagene Spieler zu beklagen. Die beiden Letztgenannten konnten gegen RB auflaufen. Für Danneberg (Knöchelprellung) begann Fiete Sykora. Zudem entschied sich Neitzel für Patrick Breitkreuz anstelle von Casper Johansen.

Bullen und Störche gingen schwungvoll in die Partie. Gesucht wurden die gegnerischen Strafräume und da zeigten sich die Gäste zielsicherer. Erst schoss RB-Torwart Fabio Coltorti bei einer Rettungsaktion am Strafraumeck Rafael Kazior ab, der blieb kurz benommen liegen, dafür flog das Leder nur um einen Hauch über die Latte des Leipziger Tores (7.). Dafür durften die Gästefans wenige Minuten später jubeln. Beteiligt waren die beiden Neuen in der Startelf: Eine Kazior-Ecke verlängerte Patrick Breitkreuz ins Zentrum, die Leipziger Defensive konnte nicht klären und Fiete Sykora staubte aus dem Gewusel zur Führung ab (9.). Nachdem ein Freistoß von Dominik Kaiser an den Pfosten krachte (10.), beruhigte sich die Partie. Die defensivstarken Störche hielten die angriffsstarken Bullen vom eigenen Strafraum fern und kämpften in der eigenen Hälfte um jeden Zentimeter. An der nächsten gefährlichen Aktion war wieder Patrick Breitkreuz beteiligt. Nach starkem Antritt zog Holsteins Flügelspieler aus 18 Meter ab, die Flugrichtung des Balles wurde von Rafael Kazior noch verändert, sodass RB-Torwart Coltorti machtlos gewesen wäre. Der Ball ging aber knapp am leeren Gehäuse vorbei (26.). Einen Freistoß von Timo Röttger entschärfte Maximilian Riedmüller (32.). Aber mit jeder Minute bekam Holstein die Leipziger Angriffe besser in den Griff. Und so blieb es zur Pause bei der Gästeführung.

Die Roten Bullen kamen mit Vollgas aus der Kabine und schlugen eiskalt zu. In den einschussbereiten Yussuf Poulsen drängte Patrick Herrmann, der unfreiwillig das Leder ins eigene Tor lenkte (50.). Und es kam noch schlimmer für Holstein: Mathias Morys köpfte im Strafraum Fabian Wetter an die Hand. Den folgenden Elfmeter verwandelte Daniel Frahn sicher zur 2:1-Führung (56.). Der RB-Torjäger lief jetz auf Hochtouren: Nach einem Abseitstreffer von Frahn konnte Fabian Wetter den Stürmer nur noch mit einem Foul stoppen und kassierte die Gelb-Rote Karte (60.). Holstein bemühte sich, wieder in die Partie zu kommen. Red Bull wirkte aber wesentlich frischer als in Halbzeit eins. Erst hielt Riedmüller gegen Poulsen, dann blockte Gebers gegen Morys und im dritten Anlauf zog Clemens Fandrich das Leder über die Latte (69.). Für die Schlussviertelstunde brachte Holstein-Trainer Karsten Neitzel noch einmal frische Kräfte mit Marcel Schied und Casper Johansen. Die Störche versuchten Druck aufzubauen, war noch einmal alles nach vorne. In den Schlussminuten hielt Leipzigs Schlussmann Fabio Coltorti den Sieg fest, indem er einen Nachschuss von Casper Johansen mit einem Klassereflex parierte (90.). Im Gegenzug schob Daniel Frahn den Ball ins leere Tor zur Entscheidung (90.+4), nachdem Max Riedmüller in den letzten Sekunden mit aufgerückt war.

Stimmen nach dem Spiel

Fiete Sykora; „Wir haben gut ins Spiel gefunden und sind auch verdient in Führung gegangen. Nach dem 1:1 verlieren wir aber den Faden, obwohl der Druck von RB nicht so stark war. Dann war das Glück nicht auf unserer Seite: Erst der Handelfmeter, dann Gelb-Rot und am Ende machen nicht wir das Tor, sondern Leipzig. An einem anderen Tag machen wir den Ausgleich.“

Rafael Kazior: „Die Minuten nach der Halbzeit waren der Knackpunkt. Aber wir werden dem Punkt nicht lange nachtrauern. Das Spiel gegen Erfurt am Samstag wird schwer genug.“

Marcel Gebers: „Wir haben am Ende alles versucht, da kann es passieren, dass man sich noch einen fängt. Aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Sieg von Leipzig aber nicht ganz unverdient. Heute hat es für uns nicht zum Ausgleich gereicht. Irgendwann mussten wir ja mal verlieren.“

Sportlicher Leiter Andreas Bornemann: „Eine unglückliche Niederlage für uns. Am Ende hat Leipzigs Schlussmann ganz stark gehalten. Der Verlauf erinnerte mich an unseren letzten Auftritt in Leipzig, als wir kurz vor Schluss ebenfalls nicht zum Ausgleich treffen. Aber die Köpfe bleiben oben und schon am Samstag können wir die verlorenen Punkte wieder wettmachen.“

Trainer Karsten Neitzel: „Es war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften, auch recht emotional. Nach einer ansehnlichen ersten Halbzeit von uns setzte es schnell den Ausgleich. Danach ging bei uns etwas die Ordnung verloren. Wir wollen uns aber nicht lange mit den negativen Dingen beschäftigen, denn am Sonnabend steht schon das Spiel gegen Erfurt auf dem Programm. Wir freuen uns schon jetzt auf das Rückspiel gegen Leipzig.“

RB Leipzig: Coltorti – Sebastian, Hoheneder, Willers, A. Jung – Röttger (67. Ernst), Kaiser (46. Fandrich), B. Schulz – Morys (81. Heidinger), Frahn, Poulsen. Trainer: Zorniger

Holstein Kiel: Riedmüller – Herrmann, Gebers, Wahl, Wetter –  Siedschlag, Krause (77. Johansen), Sykora (66. Pressel), P. Breitkreuz (67. Schied) – Kazior, Heider. Trainer: Neitzel

Schiedsrichter: Heft (Wietmarschen)

Tore: 0:1 Sykora (9.), 1:1 Herrmann (50., Eigentor), 2:1 Frahn (55., Handelfmeter), 3:1 Frahn (90.+4)

Zuschauer: 11.714

Gelb-Rote Karte: Wetter (60.)

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