Störche gewinnen an Sicherheit

Interview mit Trainer Karsten Neitzel

Nach den letzten bewegten und bewegenden Wochen landeten die Kieler Störche gestern ihren dritten Sieg im vierten Spiel. Unser Trainer Karsten Neitzel rangiert zum Abschluss der Hinrunde mit seinem Team auf Rang 12. Gegen Mitternacht erreichte der Teambus das Leistungszentrum in Projensdorf, wo „Kalle“ trotz der Unzeit noch Rede und Antwort stand.

Kalle, drei Punkte aus den letzten vier Spielen, Holstein befindet sich auf einem guten Weg…
Karsten Neitzel: Ja, darüber freuen wir uns, denn vor nicht allzu langer Zeit standen wir ja noch auf Rang 20. Wir haben einige Teams überholt und kratzen inzwischen am Mittelfeld, gehören zur illustren Gruppe von rund 10, 11, 12 Mannschaften, die immer die Augen nach unten haben müssen, aber auch berechtigterweise auch mal mit einem Auge weiter nach oben schauen dürfen. Bei uns hat sich nicht ganz so viel verändert, aber wir sehen deutlich, dass unser Spiel etwas sicherer ist, wenn wir hinten gut stehen. Und das strahlt dann auf die ganze Mannschaft ab. Wir haben einen vernünftigen Auswärtsauftritt in Erfurt gesehen und auch mal in der Startformation etwas geändert. Nun schauen wir mal, wohin der Weg in den letzten beiden Spielen des Kalenderjahres führen wird. Wir wollen natürlich die maximale Ausbeute.

Das Spiel in Erfurt sah nicht nach einer KSV Holstein aus, die die Abstiegsränge im Nacken hat. Stimmt der Eindruck?
Ja, das war aber auch schon in den letzten Jahren immer eine Stärke von uns, glaube ich. Wir haben nie ängstlich gehandelt. Und wir haben auch in Erfurt den Gegner gut angelaufen. Auch die tiefere Aufnahme hat besser geklappt. Natürlich ist bei uns weiter Luft nach oben. Aber man darf auch mal sagen, dass wir am Ende noch ein oder zwei Tore mehr auf dem Fuß hatten.

In Erfurt standen vier Eigengewächse in der Startformation, mit Arndt und Mandel zwei weitere auf der Bank. Und ein René Guder markiert gleich die Führung in seinem ersten Spiel von Beginn an…
René ist einer der Spieler, der in seiner Arbeit Konstanz besitzt. Täglich arbeitet er an der Grenze und solche Situationen wie heute kennt er aus der U23. Und da ist dann auch die Spielklasse nicht entscheidend, sondern die Erfahrung mit solchen Momenten. Den Startelf-Einsatz hat René sich im letzten Jahr redlich verdient. Ohne die Einsätze in der U23 hätte das in der Situation zu Beginn des Spiels sicher auch anders aussehen können.

In der Liga wartet jetzt die schwere Aufgabe beim Tabellensechsten in Mainz. Ist es schwierig nach einem Sieg wie in Erfurt die passende Formation zu finden?
Ich finde es eher angenehm, dass ich so viele Optionen für das Mainz-Spiel habe. Nun wollen wir den Spagat aus Pressing und aus tiefer Aufnahme wieder genauso hinzubekommen. Aber in Mainz erwartet uns ein ganz anderes Spiel. Und deshalb gilt es wieder, dass wir uns ganz intensiv auf den kommenden Gegner vorbereiten müssen.

Eine Frage zu zwei Personalien darf am Ende dieser Woche natürlich nicht fehlen. Wie siehst Du die Verpflichtungen von Eiður Sigurbjörnsson und dem neuen Sportchef Uwe Stöver?
„Sigi“ bedeutet für uns eine sehr wichtige Option, er wird uns weiterhelfen. Aber auch er muss sich die Startaufstellung erst verdienen. Bezüglich der Besetzung des Geschäftsführers Sport ist es so, dass es nicht ganz so viele Trainer in Deutschland gibt, die binnen weniger Zeit drei unterschiedliche Charaktere in der Funktion des Sportchefs erleben. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Uwe Stöver und hoffe, dass wir am Ende alle die Arme hochreißen dürfen.

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