Jahrhunderttor durch Ernst Möller

Heute vor 104 Jahren holte Holstein die Deutsche Meisterschaft

Zwei Endspiele bestritt Holstein gegen Karlsruhe

Aller guten Dinge sind drei. Zum dritten Mal hintereinander waren die Fußballer von Holstein Kiel im Jahr 1912 bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft mit dabei. Nach der Finalniederlage 1910 und dem Aus im Halbfinale 1911 nahmen die Kieler einen dritten Anlauf. Doch wie schon 1910 wartete im Endspiel der schier übermächtig erscheinende Karlsruher FV, gespickt mit mehreren Nationalspielern. Allerdings hatten auch die Kieler Störche eine starke Mannschaft, aus der einige den Sprung in das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geschafft hatten. Und der 26. Mai 1912 sollte für die Schleswig-Holsteiner in die Geschichtsbücher eingehen. In der 52. Minute erzielte der Kieler Ernst Möller den Treffer des Tages und schoss sein Team damit zur ersten und einzigen deutschen Fußball-Meisterschaft für einen Verein aus dem nördlichsten Bundesland.

Hamburg gutes Pflaster für Kiel

Ohne Niederlage sicherten sich die Störche in der Saison 1911/12 die Bezirks- und die norddeutsche Meisterschaft. Auf Reichsebene bezwangen die Schleswig-Holsteiner zunächst erneut Preußen Berlin und nahmen dann beim 2:1 gegen Viktoria Revanche für die Vorjahresniederlage - allerdings erst in der zweiten Verlängerung: In der 129. Minute erzielte David Binder den Siegtreffer. Im Finale gab es dann die zweite Gelegenheit, eine Rechnung zu begleichen. Wieder – so wie im Endspiel von 1910 - hieß der Gegner Karlsruhe, das von 1901 bis 1912 gleich achtmal süddeutscher Meister geworden war. Auf Seiten der Badener lief mit Fritz Förderer der mit sechs Treffern beste Torschütze der Endrunde auf. Für die Kieler war mit drei Toren Binder am treffsichersten gewesen. Offiziell 9.000 Zuschauer gaben der Partie im Stadion des SC Victoria an der Hamburger Hoheluft den angemessenen Rahmen.

Großer Lorbeerkranz und die Viktoria für Kiel

Die "Kieler Neuesten Nachrichten" ("KNN") berichteten: "Beider Mannschaften bemächtigte sich eine begreifliche Aufregung, die erst allmählich einem mehr planmäßigen Spiel Platz machte. Schon zu Beginn sah man, dass Karlsruhe über eine bessere Technik, die Kieler aber über eine viel größere Schnelligkeit verfügten." Dennoch gehörten die besseren Chancen zunächst den Karlsruhern, die allerdings schon früh auf Mittelstürmer Gottfried Fuchs verzichten mussten, dem die Kniescheibe herausgesprungen war. Doch entweder verfehlten die Schüsse das Tor oder Holstein-Schlussmann und Rekordnationalspieler Adolf "Adsch" Werner (13 DFB-Einsätze), der insgesamt 23 Jahre lang die Nummer 1 im Kieler Tor war, parierte. Die "KNN" weiter: "Allmählich arbeitete sich Holstein frei, ein feiner Durchbruch Ficks wird von Hübner, dem Verteidiger Karlsruhes, in unfairer Weise innerhalb des Strafraumes unschädlich gemacht; Fick stürzte." Es gab Elfmeter: Möller zeigte keine Nerven und sicherte der Kieler Mannschaft den "vollverdienten Sieg, sie war unstreitig die bessere". Als Trophäen gab es einen großen Lorbeerkranz und die Viktoria. (fn/pn)

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