"Holstein hat für Aufsehen gesorgt!"

Interview mit dem neuen Sportchef Uwe Stöver

Uwe Stöver heißt der neue Sportchef der Kieler Störche. Der 48-Jährige tritt am 3. Januar die Nachfolge von Ralf Heskamp an. Ein Gespräch mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi über die Verhandlungen mit den Holstein-Verantwortlichen, seine persönlichen Eindrücke von Kiel und seine sportlichen Ziele.

Herzlich willkommen im Storchennest, Herr Stöver. Nach den Stationen SV Wehen Wiesbaden und FSV Frankfurt übernehmen Sie zum dritten Mal die Position des Sportchefs bei einem professionell geführten Fußballverein. Was gab den Ausschlag zugunsten der Störche?
Uwe Stöver: Ich hatte vom ersten Kennenlernen der handelnden Personen bis hin zur Unterzeichnung des Vertrages ein äußerst gutes Gefühl. Und auf Grundlage der Gespräche, der ausgezeichneten infrastrukturellen Voraussetzungen, den sportlichen Möglichkeiten der Mannschaft und natürlich auch aufgrund meiner persönlichen Eindrücke vom gesamten Umfeld sehe ich bei Holstein Kiel eine ausgezeichnete Perspektive. Von Beginn an hatte ich den Eindruck, dass ich in den Überlegungen der KSV Holstein eine wichtige Rolle spiele. Dieser Eindruck wurde durch die Tatsache verstärkt, dass schon beim ersten Treffen Mitglieder des Aufsichtsrates sowie der Vereinspräsident dabei waren. Vielleicht war es ja ein gutes Omen, dass bei meinem ersten Besuch in Kiel strahlender Sonnenschein herrschte, während der Rest Deutschlands verregnet war.

Wie gut kennen Sie Holstein Kiel?
Aufgrund der wirtschaftlichen Voraussetzungen bei meinem letzten Arbeitgeber FSV Frankfurt waren wir darauf angewiesen, in der 3. Liga, den Regionalligen und in den Junioren-Bundesligen intensiv nach Talenten Ausschau zu halten. Und mit Mainz, Wiesbaden, VfB Stuttgart II und den Stuttgarter Kickers waren gleich vier Drittligisten in der Nähe. Daher habe ich sehr viele Spiele in der 3. Liga gesehen und hatte die Störche – vor allem auch in der hervorragenden Rückrunde der vergangenen Saison, in der Holstein für sehr viel Aufsehen gesorgt hat – voll im Fokus. Auch in dieser Saison habe ich Holstein-Spiele live gesehen, ich bin also gut informiert über die sportliche Situation bei der KSV.

Wie schätzen Sie die 3. Liga ein?
Die 3. Liga ist eine wichtige und qualitativ hochwertige Spielklasse mit vielen Traditionsvereinen und guten Zuschauerzahlen. Es ist eine stete Entwicklung zu beobachten, auch wenn es für die Vereine aufgrund wirtschaftlicher Vorrausetzungen nicht ganz einfach ist, Leistungsfußball anzubieten. Das Gefälle zur 2. Bundesliga ist doch immer noch recht groß, sportlich und vor allem auch wirtschaftlich. An der Entwicklung mitarbeiten zu können um diese Lücke zu schließen zu können ist eine sehr reizvolle Aufgabe.

Zur Person

Uwe Stöver (geb. 8. Februar 1967 in Wuppertal) war als Profi-Fußballer von 1989 bis 1999 für Bayer 04 Leverkusen, den VfL Bochum und den FSV Mainz 05 aktiv und absolvierte insgesamt 116 Spiele in der 1. und 2. Bundesliga. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn war Stöver Marketingchef und A-Junioren-Trainer der Mainzer und verließ den Verein im Sommer 2001 in Richtung 1. FC Kaiserslautern, um dort als A-Junioren-Trainer und wenig später als Trainer der 2. Mannschaft zu arbeiten. Uwe Stöver ist Inhaber der Fußballlehrerlizenz und war von September 2003 bis Oktober 2007 Leiter des FCK-Nachwuchs-Leistungszentrums. Im November 2007 wurde Uwe Stöver Geschäftsführer Sport beim damaligen Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden (bis März 2009) und arbeitete in gleicher Position seit der Saison 2009/10 bis Mai 2015 beim FSV Frankfurt.

 

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