Gegen "Osna" ging Köppis Stern auf

Andreas Köpkes Weltkarriere begann mit Kantersieg

Köpkes erster Ligaeinsatz im Mai 1980

Am 30. Mai 1980 ging im Heimspiel der KSV Holstein gegen den VfL Osnabrück ein Fußball-Stern auf. Ein junger, 18-jähriger Torhüter, der in den folgenden Jahren die vielleicht größte Erfolgsgeschichte eines Kieler Fußballers überhaupt schreiben sollte, feierte sein Ligadebüt für die Störche: Andreas Köpke. 

Andreas Köpke stand in seinem ersten Liga-Einsatz für die damalige Nummer eins, Manfred Ludwig, in der Startformation und wurde in der 73. Minute für die etatmäßige Nummer zwei, Martin Burmeister, ausgewechselt. Trainer Gerhard Prokop hatte sich dieses Wechselspiel für den letzten Spieltag ausgedacht. Der Klassenerhalt der Störche stand bereits fest. Auf jeden Fall durfte sich „Andy“ Köpke schon in seinem ersten Spiel über einen der höchsten Siege seiner gesamten Laufbahn freuen. Mit dabei waren damals übrigens für den VfL Osnabrück Rolf Meyer und Lothar Gans, die auch heute noch als Torwarttrainer und Manager für den ehemaligen Zweitligisten aktiv sind.

Die Nummer eins im Tor

Schon im Kindesalter war Andi vom runden Leder restlos angetan und so erlernte er als Rechtsaußen bei Holstein Kiel das Fußball-ABC. Noch in der Jugend probierte er sich auf der Torwartposition und das mit Erfolg. Mit 18 Jahren rückte er in den Zweitligakader der Störche auf und brachte es bis zum Abstieg 1981 auf immerhin sechs Einsätze in der zweithöchsten Spielklasse. Beim Neuanfang in der Amateuroberliga Nord war Köpke dann die unumstrittene Nummer eins im Holstein-Tor. Nur knapp verpasste Köpke 1983 mit Holstein den Sprung in die Zweitliga-Aufstiegsrunde. Ein einziges Tor fehlte im letzten Heimspiel gegen Werder Bremen II. Doch Andreas Köpke durfte sich trotzdem über den Aufstieg freuen. Der Zweitligist SC Charlottenburg zeigte Interesse am Kieler Torwart-Talent und der Wechsel nach Berlin sollte den Weg in die große Fußballwelt ebnen. Holstein-Vorstopper Immo Stelzer, der damals ein besonders gutes Verhältnis zum jungen „Andy“ besaß, erinnert sich noch gern an den jungen Torhüter zurück: „Köppi hatte Sachen drauf, die deuteten schon damals darauf hin, dass er das Zeug für eine tolle Karriere hat. Auf jeden Fall haben wir uns damals sehr für ihn gefreut, als er den Sprung in den Profifußball schaffte.“

Sportliche Rivalität

Zwar ereilte Köpke auch mit dem SC Charlottenburg das Schicksal Abstieg, doch sein neuerlicher Wechsel, diesmal zur großen Berliner Hertha, war die nächste Stufe auf der Karriereleiter. Nach zwei starken Jahren für Hertha BSC zog es Andreas Köpke 1986 zum Erstligisten 1. FC Nürnberg und dort erlebte er bis zum Ende der Saison 1993/94 seine wohl beste Zeit. Lange galt Köpke als stärkster deutscher Torhüter, doch in der National-Mannschaft kam er anfangs sehr zum ­Ärger seiner Fans nicht dauerhaft an Weltmeister Bodo Illgner vorbei. Ab 1992 entbrannte ein erbitterter sportlicher Zweikampf zwischen Illgner und Köpke um den Stammplatz im DFB-Tor. Am 12. Spieltag der Saison 1992/93 verwandelte Köpke im Spiel gegen den 1. FC Köln sogar einen Elfmeter gegen Bodo Illgner und trug so zum 2:1-Erfolg über die Domstädter bei.

Der Kreis schließt sich

Erst nach dem frühzeitigen Aus bei der WM 1994 in den USA und dem Rücktritt von Bodo Illgner schlug Köpkes große Stunde. Fortan hütete der Kieler das DFB-Gehäuse und feierte 1996 mit dem Gewinn des Europameistertitels in England unter Berti Vogts seinen größten ­Erfolg. Bis zu seinem letzten Länderspiel am 4. Juli 1998 in Lyon gegen Kroatien stand Köpke bei insgesamt 59 Länderspielen der deutschen Nationalelf im Tor. Seine letzten Stationen im Vereinsfußball waren Eintracht Frankfurt, Olympique Marseille und dann, von 1998 bis 2001, noch einmal der 1. FC Nürnberg. Hier beendete Köpke nach dem Wiederaufstieg mit dem Club seine Karriere als Aktiver. Der Welttorhüter von 1996 absolvierte insgesamt 346 Spiele in der 1. Bundesliga und 173 in der 2. Liga. Seit 2004 ist Andreas Köpke Torwarttrainer der Nationalmannschaft und gehörte somit auch 2014 zum Trainerstab des Weltmeisters. Wenige Tage vor der Abreise zur WM 2014 in Brasilien besuchte Andreas Köpke die Landeshauptstadt, dort wo seine große Karriere mit einem 7:1 gegen Osnabrück einst begonnen hatte. Und auch seinen ehemaligen Vorstopper Immo Stelzer traf er im Kieler Rathaus wieder. Gemeinsam drückten die beiden Kieler Fußball-Helden ihren Störchen für das „Endspiel“ der Saison 2013/14 in Darmstadt beide Daumen – mit Erfolg! (pn)

 

 

 

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