Störche jetzt auch digital

KSV Holstein startete mit einem Team in der virtuellen Bundesliga und verpasste nur knapp die Endrunde

Ende des vergangenen Jahres baute die KSV mit der Agentur eSportsReputation (ESR) den Bereich Holstein eSports auf. Holstein Kiel nahm an der Virtual Bundesliga Club Championship (kurz VBL CC) teil und verpasste nach starken Auftritten gegen namhafte Vereine wie Eintracht Frankfurt, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach nur knapp die Playoffs.

22 Vereine der 1. und 2. Bundesliga kämpften ab Anfang Januar mit FIFA 19 um die deutsche VBL-Vereins-Meisterschaft. In einem spannenden Endspurt mit dem VfB Stuttgart setzten sich schließlich die digitalen Vertreter von Werder Bremen durch. Die „eStörche“ belegten nach einem starken Saisonstart am Ende Platz 20 und verpassten die Playoffs.

Zu Beginn der VBL CC sah die Kieler Welt noch rosiger aus. Die Störche gewannen das erste digitale Fußballspiel Vereinsgeschichte, ausgetragen in den Räumlichkeiten der Förde Sparkasse, gegen den SV Sandhausen mit 6:3. Nach unerwarteten Remis gegen die eSport-Riesen aus Gelsenkirchen (4:4) und Wolfsburg (4:4) bezwang die KSV die erfahrenen Konkurrenten aus Köln (SK Gaming) (6:3) und Mönchengladbach (6:3). Punkte, mit denen vor der Saison keiner rechnen konnte. Nachdem auch gegen die Leipziger Vertretung um Starspieler Chian Yasarlar ein Unentschieden erkämpft wurde, war die Euphorie im Team kaum zu bremsen und die Ambitionen stiegen. Doch dem Höhenflug folgten sechs Niederlagen in Folge, die KSV rutschte in den Tabellenkeller und konnte das Ruder auch mit einem beachtlichen 9:0-Sieg gegen die eFootballer der Eintracht aus Frankfurt nicht mehr herumreißen. Der Umschwung kam zu spät und die Erkenntnis blieb, dass auch in der digitalen Welt Kleinigkeiten ganze Spiele entscheiden können. Am Ende fehlten 1,5 Spieltags-Siege. Vier weitere Tore, zum richtigen Zeitpunkt geschossen, hätten die Tür ins blau-weiß-rote Glück geöffnet.

Auch wenn die finale Platzierung für alle Beteiligten zunächst enttäuschend war, lässt sich auf diese Leistung aufbauen. Die schleswig-holsteinischen Talente Bennett Rohwedder und Nils Mohr, die sich in einem Scouting-Turnier der KSV gegen starke Konkurrenten durchgesetzt hatten, sammelten wertvolle Liga-Erfahrung und steigerten die Qualität ihres Spiels ungemein – Ziel erfüllt. Der einzige Wermutstropfen der Platzierung: nur die ersten 16 Mannschaften erhielten zwei Startplätze für die folgenden VBL-Playoffs, die ins Finale der deutschen Einzelspieler-Meisterschaft führten (siehe Infokasten). Ganz ohne Kieler Beteiligung blieb das Playoff-Turnier aber nicht: Über die VBL Open qualifizierte sich Yannik Ersahin mit 87 Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage für die Endrunde im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Nach einer souveränen Vorrunde, die er als ein Gruppensieger beendete, war dann allerdings im Achtelfinale Endstation. „Bis kurz vor Schluss stand es 2:3. Um es noch zu gewinnen, musste ich alles auf eine Karte setzen und kassierte noch zwei Tore“, sagte der 21-jährige Ersahin nach der 2:5-Niederlage. „Dennoch bin ich mit meiner Leistung zufrieden. Ich möchte mich weiter verbessern und bei FIFA20 stärker zurückkommen.“

Dieses Ziel gilt auch für alle anderen eStörche. Damit im kommenden Jahr das „Grand Final“ ins Visier genommen werden kann, analysiert der KSV-Partner ESR nun die vergangene VBL-Saison. Ziel ist es, die individuellen Stärken auszubauen und Schwächen zu benennen. Bis es wieder um die deutsche Meisterschaft geht, sorgen allerlei Turniere und Showmatches für die nötige Spielpraxis. Wer bei so einem Event dabei sein möchte, oder sich einfach über die eStörche informieren will, findet weitere Informationen auf holstein-kiel.de/esports oder bei Twitter, Facebook und Instagram unter dem Nutzernamen HolsteinEsports!

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